Football Friday - Videobeweis. Die Lösung für die Gerechtigkeit im Fußball?

08 April 2016 /

Im März diesen Jahres war es so weit. Nachdem bereits die Torlinientechnologie ihren Einzug in den deutschen Profifußball erhalten hatte, stehen nun auch die Weichen für den Videobeweis. Das International Football Association Board (IFAB) stimmt zu. Eventuell können bereits nächste Saison einige Ligen die neue Technik testen. Die beiden Verbände DFL und DFB hoffen auf einen Test in Deutschland.

In Deutschland stellt man sich das mit dem Videobeweis in etwa so vor. Nur der Schiedsrichter darf eine Einschätzung unter Bezugnahme der Videobilder einfordern. Dabei soll die Nutzung auf spielentscheidende Szenen wie bei Toren, Elfmetersituationen und Platzverweisen beschränkt sein. In der Vorstellung von Herbert Fandel, Vorsitzender der DFB-Schiedsrichter-Kommission, sollen ehemalige Schiedsrichter die Szenen mithilfe von Fernsehbildern beurteilen und das Urteil dann an den Schiedsrichter auf dem Platz weitergeben.
Bis zur tatsächlichen Einführung kann es allerdings noch bis zu zwei Jahre dauern.

Contra Videobeweis: "Fehlentscheidungen gehören zum Fußball dazu."

Fußball ist ein Sport der Massen. Kein Sport wird in Deutschland so geliebt und von so vielen Menschen betrieben. Viele fühlen sich über den Sport mit ihren Idolen verbunden. Doch auf den heimischen Dorf-Sportplätzen ist ein Videobeweis natürlich keine Option. Einige sehen daher eine weitere Entfernung des Profilfußballs von den einfachen Bürgern. Doch das Problem fängt schon viel weiter oben an. Natürlich geht es in den ersten Ligen um viel Geld. Die 1. Bundesliga ist nicht vergleichbar mit der Kreisklasse, aber wo setzt man den Cut? Führt man den Videobeweis nur in der ersten und zweiten Liga ein, dann übersieht man, dass es auch für einige Vereine in Liga 3 noch um viel Geld geht. Doch das Geld ist dem gemeinen Fußballfan eher ein Dorn im Auge als ein Argument. 

Für viele Fans gehört es einfach dazu im Stadion zu stehen und sich lautstark über den Schiedsrichter zu beschweren.

Vor allem Traditionalisten sind gegen einen Videobeweis denn "Fehlentscheidungen gehören zum Fußball dazu.“. Zwar verspricht der DFL-Direktor Schwenken, dass ihnen bei der Umsetzung wichtig sei, dass das Fußballspiel seinen eigentlichen Charakter behalte, doch ist dieses kaum vorstellbar. Für viele Fans gehört es einfach dazu im Stadion zu stehen und sich lautstark über den Schiedsrichter zu beschweren. Zudem ist fraglich, ob ein Schiedsrichter immer den richtigen Moment findet, die Technik zu nutzen. Wenn der Schiedsrichter von einer richtigen Entscheidung seinerseits überzeugt ist und keinen Anlass für eine Hinzuziehung des Videomaterials sieht, bringt auch das Vorhandensein dessen nichts.

Pro Videobeweis: "Stillstand ist Rückschritt."

Wie bereits oben erwähnt, geht es im Fußball um viel Geld. Die Vereine hantieren mit Summen, die für uns kaum vorstellbar sind. Das Gewinnen eines Wettbewerbs ist häufig an hohe Prämien gebunden, da kann eine kleine Fehlentscheidung ein unglaublichen Verlust bedeuten und diese gleicht sich dann nicht in der Saison aus. Hier kann man nur mit Neuerungen eine Änderung erreichen. Im Laufe der Geschichte des Fußballregelwerks gab es viele Änderungen. Männer aus dem Jahre 1864 werden die Mützen mit Quasten vermissen, die ein Spieler zu tragen hatte. Heute wird man sie wohl als eher unpraktisch ansehen. Die Abschaffung des "Golden Goals" wird auch nicht bei jedem auf Zustimmung gestoßen sein, aber man gewöhnt sich daran. Wie zuletzt auch an die Torlinientechnologie. 

Die ganze Gesellschaft profitiert von den Möglichkeiten die uns die Technik bietet, warum sollte der Fußball davon ausgeschlossen bleiben?

Die Schiedsrichter haben hier einen klaren Nachteil. Wie Thomas Tuchel es neulich ziemlich gut zusammenfasste: "Es kann nicht sein, dass die vier Schiedsrichter es nicht wissen, aber jeder im Stadion mit einem Smartphone weiß es zehn Sekunden später.". Dieser Fakt plus die Bilder, die wir im TV sehen, erzeugt diese aggressive Haltung gegenüber Schiedsrichtern, von der ich neulich sprach. 

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