„Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen." - Primo Levi


Als ich dieses Zitat zum ersten Mal las, war ich gerade in Berlin. Genauer gesagt, besuchten ich gerade mit der Israel-Austauschgruppe das Holocaustmahnmal. Vielleicht erinnerst du dich ja?

Warum ich jetzt wieder damit anfange? Weil mir diese oben genannte Tatsache neulich erneut bewusst wurde. Wie du eventuell hier oder auf einem meiner Social Media-Kanäle mitbekommen hast, mache ich dieses Jahr Abitur. Meine erste Prüfung fand letzte Woche statt und es handelte sich dabei um Geschichte. Und beim Lernen für diese Klausur ist mir eine Sache mehr als deutlich klar geworden.

Geschichte wiederholt sich. 
Nein, wir Menschen lernen anscheinend nicht aus der Geschichte. Das zeigte sich bereits in der Weimarer Republik. Statt aus dem Niedergang des römischen Reiches zu lernen und die Machtübernahme einer einzelnen Person zu verhindern. Erleichterte man dies mithilfe des Artikel 48, der sogenannten Notstandsverordnung. Und was musste zwangsläufig passieren? Irgendwann kam einer, der das ganze ausgehebelt hat, wie im alten Rom Sulla, Marius, und die beiden Caesars. Was in Folge dessen unter den Nationalsozialisten passierte, sollte eigentlich jeder wissen.


Doch warum nerve ich dich mit dem Lernstoff meiner Geschichtsklausur? Ich möchte dir natürlich nicht zeigen, wie toll ich den beherrsche (ich hoffe das konnte ich letzte Woche Mittwoch zu genüge zu Papier bringen). Was mir wichtig ist, dass wir jetzt aus unseren Fehlern lernen. Natürlich habe wir keine Notstandsverordnung mehr in unserer Verfassung, darauf wurde geachtet, aber darum geht es mir nicht.

Andere Aspekte der Geschichte scheinen wieder hervorzukommen, vielleicht waren sie auch nie weg.

Ihr müsst die Augen öffnen! Schaut nicht weg! Das was momentan in Deutschland los ist, ist erschreckend. Wie konnten wir nicht aus unseren Fehlern lernen. Der Hass der sich momentan ausbreitet und sich gegen hilfsbedürftige Menschen richtet, darf nicht die Überhand gewinnen. Ich will damit nicht sagen, dass jeder Flüchtlinge von Natur aus gut ist, denn ja, auch unter ihnen gibt es, wie in jeder Gruppe der Gesellschaft, schwarze Schafe. Aber müssen wir deshalb eine ganze Gruppe ausschließen und sogar hassen? Wissen wir es denn nicht besser?

Wir sollten aus unserer Geschichte lernen und Pauschalisierungen nicht unser Bild der Welt prägen lassen. Vorurteile sollten uns nicht die Sicht versperren.

Gebt Rassisten keine Chance!



1 Kommentar:

  1. Du hast so wahre Worte nieder geschrieben. Vor allem deinen kurzen hervorgehobenen Satz: "Gebt Rassisten keine Chance", finde ich mehr als wichtig. Ich wünsche dir für deine weiteren Prüfungen ganz viel Glück, mir steht das alles nächste Jahr bevor. :)

    Liebe Grüße Pierre

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